Es ist Aufgabe der konstruktiven Planung, in Kenntnis aller Anforderungen die
geeigneten Verbindungselemente zu bestimmen, mit den genormten Bezeichnungen
zu definieren und die notwendigen Montageanweisungen vorzugeben. Für die
"Systematische Berechnung hoch beanspruchter Schraubenverbindungen"
steht als anerkanntes Standardwerk die VDI-Richtlinie 2230 zur Verfügung.
Schraubenverbindungen sollen so berechnet und montiert sein, dass aufgrund ausreichend
bleibender Klemmkraft unter Betriebsbelastungen keine Scherkräfte (FQ)
quer zur Schraubenachse zur Wirkung kommen können. Hierbei sind auch Klemmkraftverluste
infolge von Setzbeträgen zu berücksichtigen. Sind die Querkräfte
größer als die Klemmkraft führt dies zum Lockern - und schließlich
zum Versagen - der Verbindung.
Querkraft
FQ
Vorspannkraft
FV Spannkraft
FS
Umsetzverhältnis
von
Anziehmoment
in Klemmkraft
Klemmkraft FKL
Die jeweils erforderliche Klemmwirkung wird bei der Montage durch Einbringen
einer dem Durchmesser und der Streckgrenze des Verbindungselementes entsprechenden
Vorspannung FV ( = vor Betriebsbeanspruchung) über das Anziehen der Gewindeteile
erreicht.
Der Genauigkeitsgrad für das Erreichen der erforderlichen Vorspannkraft
wird beeinflusst durch
die Art des Verschraubungsfalles (hart oder weich/kurz oder lang)
das Anziehverfahren und dessen Streuung
die Oberflächenzustände und daraus resultierende Reibungsverhältnisse
spezielle Verschraubungskomponenten (z. B. Dichtungen, Federelemente...)
Kohlenstoffstahl
mit Zusätzen (z.B. Bor, Mn
oder
Cr), abgeschreckt und angelassen
0,15
3)
0,35
0,035
0,035
425
Kohlenstoffstahl,
abgeschreckt und angelassen
0,25
0,55
0,035
0,035
10.9
4)
Kohlenstoffstahl
mit Zusätzen (z.B. Bor, Mn oder Cr),
abgeschreckt
und angelassen
0,15
3)
0,35
0,035
0,035
340
10.9
6)
Kohlenstoffstahl,
abgeschreckt und angelassen
0,25
0,55
0,035
0,035
425
Kohlenstoffstahl
mit Zusätzen (z.B Bor, Mn
oder
Cr), abgeschreckt und angelassen
0,20
3)
0,55
0,035
0,035
Legierter
Stahl, abgeschreckt und angelassen 5)
0,20
0,55
0,035
0,035
12.9
6) 7)
Legierter
Stahl, abgeschreckt und angelassen 5)
0,20
0,50
0,035
0,035
380
Tabelle 17: Zusammensetzung von Stählen
_________________
1) zulässiger Automatenstahl mit folgenden maximalen Phosphor-, Schwefel-
und Bleianteilen: Schwefel 0,34%, Phosphor 0,11%, Blei 0,35%
2) Für Nenndurchmesser über 20 mm kann es notwendig sein, einen
für die Festigkeitsklassen 10.9 vorgesehenen Werkstoff zu verwenden,
um eine ausreichende Härtbarkeit sicherzustellen.
3) Bei Kohlenstoffstählen mit dem Zusatz von Bor und einem Kohlenstoffgehalt
unter 0,25% muss ein Mangangehalt von min. 0,6% für Festigkeitsklasse
8.8 und 0,7% für Festigkeitsklasse 9.8 und 10.9 vorhanden sein.
4) Für Produkte aus diesen Stählen muss das Kennzeichen der Festigkeitsklasse
unterstrichen sein.
5) Legierter Stahl muss mindestens einen der Legierungsbestandteile Chrom,
Nickel, Molybdän oder Vanadium enthalten.
6) Der Werkstoff für diese Festigkeitsklassen muss ausreichend härtbar
sein um sicherzustellen, dass im Kernbereich des Gewindeteils nach dem Härten
vor dem Anlassen ein Martensitanteil von ungefähr 90% vorhanden ist.
7) Für die Festigkeitsklasse 12.9 ist eine metallographisch feststellbare,
mit Phosphor angereicherte weiße Schicht an Oberflächen, die auf
Zug beansprucht werden, nicht zulässig.
Die Zugfestigkeit von Schrauben oder Verbindungselementen ist ein Bestandteil
der Festigkeitsangabe der Schraube. Beispielsweise steht die Festigkeitsangabe
8.8 für eine Schraube, welche im Zug mit 800 N/mm² belastet werden
kann, eine Schraube mit 10.9 hingegen kann mit 1000 N/mm² im Zug belastet
werden. Im Folgenden werden kurz die wichtigsten Begriffe zum Thema Zugfestigkeit
definiert und beispielhaft ausgeführt.
Die
Zugfestigkeit Rm definiert, ab welcher Zugspannung eine Schraube
brechen darf. Der Bruch darf nur im Schaft oder Gewinde und nicht bei
deren Übergang auftreten.
Zugfestigkeit bei Gewindebruch
Zugfestigkeit
bei Schaftbruch (im zylindrischen Schaft)
(a) (b) Abbildung
1 - Zugfestigkeit
Zugversuch bei abgedrehter (a) und kompletter (b) Schraube
2)
Streckgrenze
Re
N/mm²
Die
Streckgrenze gibt an, ab welcher Spannung trotz steigender Verlängerung
der Schraube die Zugkraft das erste Mal konstant ist oder sinkt. Die genaue
Streckgrenze kann nur bei abgedrehten Schrauben ermittelt werden (Ausnahme:
rost- und säurebeständige Schrauben, Stahlgruppe A1-A5). vgl.
DIN EN ISO 898 Teil 1.
Abbildung
2 - Streckgrenze
3)
0,2% Dehngrenze
RP=0,2
N/mm²
Die
0,2% Dehngrenze gibt an, welche Spannung notwendig ist, um eine dauerhafte
Dehnung von 0,2 % der Schraube zu erreichen. Der Spannungsverlauf wird
in folgender Abbildung 3 skizziert. Der Wert wird für hochfeste Schrauben
(z.B. 10.9 oder 12.9) benutzt.
Abbildung 3 - 0,2% Dehngrenze
4)
Bruchdehnung
A5
1/100
(%)
Die
Bruchdehnung ist ein Indikator für die Verformbarkeit eines Werkstoffes.
Sie wird an abgedrehten Schrauben mit festgelegtem Schaft bestimmt. (außer
bei rost- und säurebeständigen Schrauben, Stahlgruppe A1-A5).
Vorspannkräfte und Anziehmomente für Schaftschrauben aus Stahl mit
Kopfauflagemaßen wie
DIN 912, 931, 933, 934 / ISO 4762, 4014, 4017, 4032 ...*
In den Tabellenwerten für MA sind berücksichtigt:
a) Reibungszahl µges = 0,14*
b) Ausnutzung der Mindest-Streckgrenze = 90 %
c) Torsionsmoment beim Anziehen (* Die Reibungszahl von µges = 0,14
wird allgemein für Schrauben und Muttern in handelsüblicher Lieferausführung
angenommen.)
*Zusätzliche
Schmierung der Gewinde verändert die Reibungszahl erheblich
und führt zu unbestimmten Anziehverhältnissen! In
folgendem Beispiel wird mit einer Reibungszahl von µges =
0,14 gerechnet. Je nach Anziehmethode und Werkzeug ergeben sich
unterschiedliche Reibungszahlen oder Streuungen. Alle Angaben
unverbindliche Richtwerte. (vgl. Kapitel 3.4.4 Reibungszahlen bei
Schmierung)
Tabelle
19: Regelgewinde (Anziehdrehmomente für Stahlschrauben)
** Regelsteigung
Tabelle
20: Feingewinde (Anziehdrehmomente für Stahlschrauben)
Abmessung
x P
Spannungs-
querschnitt
in
As
/ mm2
Vorspannkraft
FV
(N)
Anziehmoment
MA
(Nm)
8.8
10.9
12.9
8.8
10.9
12.9
M 8 x 1
39,2
19
700
28
900
33
900
29,2
42,8
50,1
M
10 x 1,25
61,2
30
800
45
200
52
900
57
83
98
M
12 x 1,25
92,1
46
800
68
700
80
400
101
149
174
M
12 x 1,5
88,1
44
300
65
100
76
200
97
143
167
M
14 x 1,5
125
63
200
92
900
108
700
159
234
274
M
16 x 1,5
167
85
500
125
500
146
900
244
359
420
M
18 x 1,5
216
115
000
163
000
191
000
368
523
613
M
20 x 1,5
272
144
000
206
000
241
000
511
728
852
M
22 x 1,5
333
178
000
253
000
296
000
692
985
1
153
M
24 x 2
384
204
000
290
000
339
000
865
1
232
1
442
M
27 x 2
496
264
000
375
000
439
000
262
1
797
2
103
M
30 x 2
621
331
000
472
000
552
000
756
2
502
2
927
3.4.3 Anziehdrehmomente für HV-Verbindungen(nach oben)
Vorspannkräfte und Anziehmomente für HV-Schraubverbindungen DIN 6914/7999/6915-10.9/10
Die Ausführung von HV-Schraubenverbindungen ist in DIN 18800-7 geregelt.
(Zukünftig: EN V 1090) HV-Schrauben DIN 6914 dürfen nur mit Sechskantmuttern
nach DIN 6915 und mit Scheiben nach DIN 6916, 6917 oder 6918 verwendet werden.
Feuerverzinkte HV-Schraubenverbindungen müssen mit Schmiermittel versehen
sein - aus deutscher Produktion erfolgt die Lieferung in der Regel einbaufertig
geschmiert (Muttern sind in Schmiermittel getaucht). Zusätzliche Behandlungen
verändern das Anziehverhalten - hierfür müssen passende Werte
ermittelt werden!
Montageverfahren: Für eine planmäßige Vorspannung sind
HV-Schrauben-Garnituren auf die Regel-Vorspannkraft FV nach Tabelle 21, Spalte
2, vorzuspannen. Für das Vorspannen - im Regelfall durch Drehen der Mutter
- sind folgende Verfahren anzuwenden:
Drehmoment-Verfahren
Für die Erzeugung der Regel-Vorspannkraft FV nach Tabelle 21, Spalte
2 müssen in Abhängigkeit vom Oberflächenzustand die in den
Spalten 3 oder 4 der Tabelle 21 angegebenen Anziehmomente MA aufgebracht werden.
Dieses Verfahren ermöglicht ein stufenweise Vorspannen in Anschlüssen
mit vielen Schrauben sowie ein Nachziehen als Kontrolle oder zum Ausgleich
von Vorspannkraftverlusten nach wenigen Tagen.
Drehimpuls-Verfahren
Die erforderliche Vorspannkraft wird durch Drehimpulse erzeugt. Soll auf die
Regel-Vorspannkraft FV vorgespannt werden, muss der Impuls- oder Schlagschrauber
auf den um 10% höheren Vorspannkraftwert FV,DI nach Spalte 5 von Tabelle
21 mit geeigneten Messeinrichtungen eingestellt werden.
Drehwinkel-Verfahren
Die Anwendung des Verfahrens setzt voraus, dass im Bereich der Verschraubung
bereits vor dem Vorspannen eine weitgehend flächige Auflage der zu verbindenden
Bauteile vorliegt. Das Vorspannen erfolgt zunächst durch ein Voranziehmoment
MVA, DW und anschließend durch Weiterdrehen der Mutter um einen erforderlichen
Weiterdrehwinkel. Dieser muss sicherstellen, dass mindestens die in Spalte
2 von Tabelle 21 angegebene Regel-Vorspannkraft FV erreicht wird. Der erforderliche
Weiterdrehwinkel ist durch eine Verfahrensprüfung an der jeweiligen Originalverschraubung
zu ermitteln (z.B. Messung der Schraubenverlängerung).
Kombiniertes Vorspann-Verfahren
Zuerst ist das erhöhte Voranziehmoment MVA, KV in Abhängigkeit des
Oberflächenzustandes der Schrauben nach Spalte 7 oder 8 von Tabelle 21
aufzubringen. Ist damit eine weitgehend flächige Anlage der zu verbindenden
Bauteile erreicht worden, darf das endgültige Vorspannen der Verbindung
auf die Regel-Vorspannkraft FV durch Weiterdrehen der Mutter erfolgen.
Wichtiger Hinweis:
Montagewerkzeuge (z.B. Schraub-/Stecknüsse) können beim Aufsetzen
die Korrosionsschutzbeschichtung an Scheiben und Werkstücken zerstören!
Dagegen schützt ein Tiefenbegrenzungseinsatz in der Stecknuss (z.B. Hartgummi-
oder Kunststoffring).
Vorspannkräfte und Anziehmomente für Drehmoment-, Drehimpuls-,
Drehwinkel- und kombiniertes Vorspann-Verfahren für HV-Garnituren der Festigkeitsklasse
10.9
1
2
3
4
5
6
7
8
Drehmomentverfahren
Drehimpulsverfahren
Drehwinkelverfahren
Kombiniertes
Verfahren
Maße
Regel-
Vorspann-kraft
FV
Aufzubringendes
Anziehmoment MA zum
Erreichen der Regel-Vorspannkraft
FV
Einzustellende
Vorspann-Kraft KV,DI** zum Erreichen
der Regel-Vorspannkraft FV
Voranziehmoment
MVA,DW*
Voranziehmoment
MVA,KV
gemessen
in
kN
Nm
kN
Nm
Nm
Oberflächenzustand
Feuerverzinkt
u. geschmiert*
wie
hergestellt
und leicht
geölt
Wie
in Spalte
3 oder 4**
Wie
in Spalte
3 oder
4**
Wie
in Spalte
3*
4
M 12
M 16
M 20
M 22
M 24
M 27
M 30
M 36
M 39
M 42
M 45
M
48
50
100
160
190
220
290
350
510
610
710
820
930
100
250
450
650
800
1250
1650
2800
3500
4500
5500
6500
120
350
600
900
1100
1650
2200
3800
Durch
Verfahrens-
prüfung
zu ermitteln.
60
110
175
210
240
320
390
560
10
50
50
100
100
200
200
200
75
190
340
490
600
940
1240
2100
90
260
450
680
825
1240
1650
2850
Tabelle 21: Vorspannkräfte und Anziehmomente nach Verfahren
* Muttern mit Molybdändisulfid oder gleichwertigem Schmierstoff behandelt
** Unabhängig von der Schmierung des Gewindes und der Auflagefläche
von Mutter und Schraube
3.4.4 Reibungszahlen für Stahlschrauben/ -muttern(nach oben)
Durch Schmierung kann sich die Reibungszahl, und damit die wichtigste Variable
für das Anzugsdrehmoment sehr stark verändern. Grundsätzlich
gilt, dass die Reibungszahl µ sinkt, wenn ein Schmiermittel verwendet
wird. Daher kann bei Schmierung leichter ein "Abreißen" der
Stahlschrauben eintreten, wenn mit gleicher Kraft wie bei einer ungeschmierten
Verbindung angezogen wird.
Es gilt: Schmiermitteleinsatz >> Reibungszahl µ sinkt >>
weniger Anzugsdrehmoment ("weniger Kraft") ist nötig
Oberflächenzustand
Reibungszahl
µges bei Zustand
bei
Schrauben
bei
Muttern
ungeschmiert
geölt
MoS2-Paste
ohne
Nachbehandlung (schwarz)
ohne
Nachbehandlung (schwarz)
0,12
- 0,18
0,10
- 0,17
0,06
- 0,12
Mn-phosphatiert
0,14
- 0,18
0,14
- 0,15
0,06
- 0,11
Zn-phosphatiert
0,14
- 0,21
0,14
- 0,17
0,06
- 0,12
galvanisch
verzinkt 5 - 8 µm
0,12
- 0,20
0,10
- 0,18
-
galvanisch
verkadmet 5 - 8 µm
0,08
- 0,14
0,08
- 0,11
galvanisch
verzinkt 5 - 8 µm
galvanisch
verzinkt 3 - 5 µm
0,12
- 0,20
0,10
- 0,18
galvanisch
verkadmet 5 - 8 µm
galvanisch
verkadmet 3 - 5 µm
0,12
- 0,16
0,12
- 0,14
Tabelle 22: Reibungszahlen bei Schmierung (Stahlschrauben)
Die wichtigsten
mechanischen Eigenschaften werden bei Schrauben aus Stahl durch eine zweistellige
Zahlenkombination benannt. Die erste Zahl gibt 1/100 der Mindestzugfestigkeitin N/mm2 Spannungsquerschnitt an.
Die zweite Zahl gibt das 10fache
des Verhältnisses der unteren Streckgrenze(Rel
bzw. Rp=0,2) zur Nennzugfestigkeit Rm
(Streckgrenzenverhältnis) an.
Multiplikation
beider Zahlen ergibt 1/10 der Mindeststreckgrenze in N/mm2.
Zugfestigkeit
8 x 100 = 800 N/mm²
8.8
Streckgrenze
8 x 8 x 10 = 640 N/mm2
Zugfestigkeit
10 x 100 = 1000 N/mm²
10.9
Streckgrenze
10 x 9 x 10 = 900 N/mm2
Zugfestigkeit
12 x 100 = 1200 N/mm²
12.9
Streckgrenze
12 x 9 x 10 = 1080 N/mm2
Achtung:
Bei Schrauben mit Senkköpfen gelten reduzierte Werte!
Tabelle 25: Mechanische Eigenschaften von Schrauben
Eigenschaften
Festigkeitsklassen
3.6
4.6
4.8
5.6
5.8
6.8
8.8
10.9
12.9
≤ M 16*
> M 16*
Zugfestigkeit
**
in
N/mm2
Nennwert
300
400
500
600
800
1000
1200
min.
330
400
420
500
520
600
800
830
1040
1220
Streckgrenze in N/mm2
Nennwert
180
240
320
300
400
480
-
-
-
-
min.
190
240
340
300
420
480
-
-
-
-
0,2
% Dehngrenze **
Nennwert
-
640
640
900
1080
min.
-
640
660
940
1100
Untere
Streckgrenze Rel 0,2
- Dehngrenze RP=0,2 bei erhöhten Temperaturen in
N/mm2 (ISO 898-1,Tab. A1)
+
100 °C
-
-
-
270
-
-
590
875
1020
+
200 °C
-
-
-
230
-
-
540
790
925
+
250 °C
-
-
-
215
-
-
510
745
875
+
300 °C
-
-
-
195
-
-
480
705
825
Bruchdehnung
Ain % **
min
25
22
-
20
-
-
12
9
8
Härte
Vickers (F ≤ 98 N) **
HV min-max
***
95-220
250
120-220
250
130-220
250
155-220
250
160-220
250
190-250
250-320
255-335
320-380
385-435
Härte
Brinell (F = 30 D2) **
HB
min-max
***
90-209
238
114-209
238
124-209
238
147-209
238
152-209
238
181-238
238-304
242-318
304-361
366-414
Härte
Rockwell **
HRB
min-max
***
HRC min-max
52-95
99,5
-
67-95
99,5
-
71-95
99,5
-
79-95
99,5
-
82-95
99,5
-
89-
99,5
-
-
22-32
-
23-34
-
32-39
-
39-44
*
Stahlbauschrauben ≤ M 12 / > M 12
**
Werte gelten bei Raumtemperatur ca. + 20° C. (Definitionen
der Begriffe: Kap. 3.3.1
***
Max.-Wert am Schraubenende
Lesen Sie auch: Kapitel 3.3.1 - Definition von Zugfestigkeit, Streckgrenze, 0,2%
Dehngrenze
3.5 Mechanische Eigenschaften von Stahlmuttern(nach oben)
Die DIN-Produkt- und Funktionsnormen für Muttern werden auf ISO-Normen
umgestellt. In der Übergangszeit werden demzufolge Normen für bisherige
DIN- und für neue ISO-Mutternausführungen nebeneinander im Markt
sein. Informationen über Veränderungen, die die Umstellung auf internationale
Normen mit sich bringt, siehe unter: "Normenumstellung DIN ' ISO"
(Kapitel 1.4).
Muttern werden nach drei Belastungsgruppen unterschieden - jeder Belastungsgruppe
ist ein gesondertes Bezeichnungssystem für die Festigkeitsklasse zugeordnet,
das die Belastungsgruppe klar erkennbar macht. Hinweis: D steht für den
Durchmesser, z.B. Mutter Durchmesser 10 mm, falls Mutternhöhe = (0,8
* D) = 8 mm liegt eine Normalhöhe nach Ziffer 1 vor.
1.
Muttern mit Nennhöhe 0,8 D (D = Nennmaß)
(mit
v o l l e r Belastbarkeit)
|8|
8
1. Muttern
mit Nennhöhe ~ 0,8 D z. B. Muttern DIN 555, 934... Prüfkräfte
DIN 267-4
2. Muttern mit Nennhöhe
0,8 D z. B. Muttern ISO 4032, 8673... Prüfkräfte ISO 898-2
Kennzeichnung/Erkennung:
eine Zahl, z. B. (8 = 1/100 der Prüfspannung in N/mm2
-
IxI = Markierung für DIN-Muttern)
Diese Muttern müssen in einer Verbindung mit Schrauben der Festigkeitsklasse
8.8 die volle Ausnutzung der Vorspannung an der Streckgrenze aushalten.
2.
Muttern mit Nennhöhe ≥ 0,5 D und < 0,8 D
(mit
e i n g e s c h r ä n k t e r Belastbarkeit)
05
Mindestmutternhöhe
= 0,5D - bis 0,8D
Hierzu gehören z.B. Muttern ISO 4035, 8675, DIN 439-2. Festgelegte
Prüfkräfte ISO 898-2
Kennzeichnung/Erkennung:
Kennzahl für 1/100 der Prüfspannung mit vorgesetzter 0, z.
B.
Die
vorgesetzte 0 zeigt an, dass Muttern dieser Gruppe die Kraft einer Schraube
wegen geringer Bauhöhe nicht oder nur eingeschränkt aushalten
können.
3. Muttern
mit Nennhöhe
< 0,5 D
(o h
n e f e s t g e l e g t e Belastbarkeit)
17H
Mindestmutternhöhe
= unter 0,5D
In diese Gruppe fallen Muttern
für leichte Verbindungen oder Befestigungen ohne festgelegte Belastungswerte
(z.B. DIN 562)
Aussage
der Bezeichnung, z.B. 17H: 1/10
der Mindesthärte nach Vickers
Kennzeichnung zur Identifizierung
Sechskantmuttern der Belastungsgruppen 1 und 2 ab Gewindedurchmesser M 5 sind
außer dem Herkunftszeichen mit einem Festigkeitsklassen-Kennzeichen
zu versehen - entweder mit Zahlen entsprechend obigen Beispiel oder mit Strichsymbolen
im Uhrzeigersystem. (=> ISO 898-2 / Tab. 8) Eine Kennzeichnung von Muttern
der Belastungsgruppe 3 ist nicht vorgesehen.
Nach Norm sind Schrauben ab Gewindedurchmesser M 5 mit einem Herkunfts-Kennzeichen
und mit dem Festigkeitsklassen-Kennzeichen wie folgt zu versehen. Aus Platzgründen
darf eine Kennzeichnung im Uhrzeigersinn angewandt werden (=> ISO 898-1/11.99,
Tabelle 15):
z.B. 8.8 = Festigkeit | XYZ = Produzent
Sechskantschrauben
und Schrauben mit
Außensechskant
in allen Festigkeitsklassen möglichst auf dem Kopf,
erhöht (1) oder eingeschlagen (2)
Zylinderschrauben
mit Innensechskant und mit
Innensechsrund
sowie Flachrundschrauben DIN 603 ab Festigkeitsklasse 8.8
möglichst auf dem Kopf (3, 4) erhöht oder eingeschlagen
(5)
Stiftschrauben 5.6
und ab Festigkeitsklasse 8.8 auf
dem Schaft (6) oder
auf der Kuppe des Mutternendes (7) eingeschlagen. Bei Platzmangel
können Symbole